Unser Jugendkonzept

 

Ein Leitfaden für Spieler, Eltern, Jugendbetreuer und Freunde des SV Uetze 08.

 

Vorwort

In der heutigen Zeit besteht die Jugendarbeit eines Vereins nicht mehr nur aus der sportlichen Ausbildung der Jugendspieler. Vielmehr übernehmen die Sportvereine auch erzieherische Aufgaben, die weit ins gesellschaftliche Leben hineinreichen.

Die Entwicklung der Persönlichkeit und das Vermitteln von gesellschaftlich

relevanten Werten wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Respekt, usw. nehmen einen großen Stellenwert ein.

Wir bereiten den Nachwuchs nicht nur auf den Fußball, sondern auch aufs Leben vor. In einer familiären Atmosphäre werden deshalb alle Spieler, unabhängig von ihrem fußballerischen Talent, gleichermaßen gefördert und integriert.

Ohne den sportlichen Erfolg aus den Augen zu verlieren, stellen wir deshalb stets die Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen in den Vordergrund.

 

Wozu brauchen wir ein Jugendkonzept?

  • Ohne Konzept ist alles von Zufällen abhängig, eine langfristige Planung ist nicht möglich.
  • Ein Konzept bietet die Möglichkeit, Ziele klar zu definieren.
  • Ein Konzept ist auf die Sicherung der Zukunft unseres Vereins ausgerichtet und sorgt für eine positive Außendarstellung sowie Transparenz, so dass auch Eltern, Gönner und Sponsoren die Zusammenhänge in der Abteilung Jugendfußball besser verstehen und nachvollziehen können.
  • Das Konzept soll Jugendbetreuern und Funktionären eine Art Wegweiser an die Hand sein.

 

Grundsätze

  • Die Jugendarbeit ist stets darauf ausgerichtet, Kinder und Jugendliche sowohl sportlich als auch menschlich zu schulen.
  • Wir haben eine Verantwortung für die Kinder, die weit über den sportlichen Bereich hinausgeht.
  • Kindern und Jugendlichen soll der Spaß am „Mannschaftsspiel“ Fußball vermittelt werden.
  • Die Entwicklung der Kinder, und nicht der kurzfristige sportliche Erfolg, steht im Vordergrund.
  • Die Entwicklung einer Persönlichkeit und das Vermitteln von gesellschaftlich relevanten Werten wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Respekt und Verantwortungsbewusstsein nehmen einen ebenso großen Stellenwert ein wie die sportliche Weiterentwicklung.
  • Wir fördern Selbstsicherheit durch Lob und Anerkennung, konstruktive Kritik, sowie fachliche und soziale Kompetenz.

 

Ziele

  • Kinder und Jugendliche sollen an den Fußballsport herangeführt und bestmöglich ausgebildet werden.
  • Ein reibungsloser Übergang zwischen den Altersklassen muss gewährleistet sein.
  • Wir möchten in allen Altersklassen dauerhaft mindestens eine Mannschaft für den Spielbetrieb melden.
  • Ab der C-Jugend soll ständig eine Mannschaft in einer höherklassigen Staffel spielen, bzw. auf einem Niveau mit der 1.Herrenmannschaft des Vereins.
  • Langfristig sollen junge, sportlich und charakterlich gut ausgebildete Fußballer mit hoher Vereinsidentifikation an den Aktivenbereich abgegeben werden, um das Weiterbestehen des Vereins auf einer breiten Basis nachhaltig zu sichern.
  • Zur nachhaltigen Sicherung dieses Weiterbestehens durch eigene Spieler sollen durchschnittlich mindestens fünf Spieler pro Jahr aus der Jugend in die Herren aufrücken, davon jeweils zwei Spieler pro Jahr mit dem Niveau unserer 1.Herren.
  • Die Jugendfußballspieler sollen sich beim SV Uetze 08 wohl fühlen. Auch Spieler, die fußballerisch weniger talentiert sind, sollen langfristig an den Verein gebunden werden, um als Jugendbetreuer, Schiedsrichter oder Funktionär eingebunden werden zu können.

 

Um unsere Ziele zu erreichen, stellen wir folgende Anforderungen:

 

Die Jugendleitung

  • Die Jugendleitung ist verantwortlich für die Organisation der Jugendarbeit.
  • Sie repräsentiert den Jugend-Fußball gegenüber der Öffentlichkeit und ist Bindeglied und Ansprechpartner für die Eltern.
  • Sie arbeitet eng mit der Vereinsführung zusammen.
  • Sie organisiert die Trainerarbeit für die Mannschaften und schafft bestmögliche Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit.
  • Die Jugendleitung fördert die Aus- und Weiterbildung der Jugendtrainer.
  • Sie organisiert und leitet die Betreuersitzungen.

 

Die Jugendtrainer und Betreuer

Die Jugendtrainer und Betreuer sind nicht nur für das eigentliche Training und Spielgeschehen verantwortlich, sondern tragen auch zur Erziehung der Kinder und Jugendlichen bei. Sie haben in allen Bereichen eine Vorbildfunktion und vermitteln Werte wie Kameradschaft, Teamgeist, Toleranz, Leistungsbereitschaft und lehren ihnen respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern und Gegnern.

Außerdem fungieren sie als Organisatoren rund um das Team. Ihre Arbeit richtet sich nicht auf kurzfristige Erfolge, sondern strebt einen nachhaltigen Erfolg an. Die individuelle Ausbildung und Weiterentwicklung des einzelnen Spielers steht dabei im Vordergrund. Das Betreuerteam ist auch für die Kontaktpflege zu den Eltern verantwortlich.

Ein regelmäßiger Gedankenaustausch zwischen den Jugendbetreuern des SV Uetze 08 ist sinnvoll und gewollt. Der SV unterstützt nach Möglichkeit die Aus- und Weiterbildung der Jugendtrainer.

 

Grundsätze für die Jugendbetreuer

  • Zuverlässigkeit
  • Pünktlichkeit (Trainer ist Erster und Letzter)
  • Vorbildhafter Auftritt (Vereinsregeln beachten, Umgang mit Trainingsmaterial)
  • Positive Kommunikation (mit Spielern, Eltern, Gästen, Schiedsrichtern)
  • Spaß am Sport
  • Fairness gegenüber Schiedsrichtern und Gegnern, gerade bei Niederlage
  • Gleichbehandlung aller Kinder
  • Ansprache der Spieler mit Namen
  • Positive Kritik (Lob und Anerkennung) und Toleranz

 

Die Spieler

  • Wir möchten Spieler, die eine positive Einstellung zum Fußballspielen und zum aktiven Sport im Allgemeinen haben und für die Teamgeist kein Fremdwort ist.
  • Wir möchten Spieler, für die ein sportliches und freundliches Auftreten auf und außerhalb des Spielfeldes eine Selbstverständlichkeit ist.
  • Verhaltensregeln wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Fairness müssen bereits bei den jüngsten Fußballern eingeübt werden.

 

Die Eltern

  • Dieses Jugendkonzept ist auch für die Eltern gedacht, um die Arbeit der Jugendabteilung transparenter zu machen.
  • Die Eltern sind ein wichtiger Bestandteil der Jugendabteilung. Ohne sie ist ein funktionierendes Vereinsleben nicht denkbar.
  • Zwischen dem Betreuerteam und den Eltern sollte ein vertrauensvolles Verhältnis bestehen.
  • Die Eltern sind aufgefordert, das Betreuerteam und die Kinder durch Motivation, Lob und Anfeuern aller Kinder zu unterstützen.
  • Die Jugendtrainer und -betreuer sind alle ehrenamtlich tätig und investieren ihre Freizeit zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Konstruktive Kritik und Anregungen für Spiel und Training sind jederzeit willkommen, letztlich ist aber der Jugendtrainer und -betreuer für alle sportlichen Entscheidungen zuständig.

 

Liebe Eltern, tragen Sie durch Ihr Verhalten während eines Spiels dazu bei, dass Ihre Kinder mit Spaß, Freude und Begeisterung Fußball spielen. Wir haben als Hilfestellung im Anhang ein paar „Tipps für Erwachsene am Spielfeldrand“ notiert.

 

Über alldem stehen folgende Grundsätze:

  • Das Kinder + Jugendtraining darf kein reduziertes Erwachsenentraining sein.
  • Erstes Ziel im Jugendfußball ist die perspektivisch angelegte Ausbildung jedes einzelnen Spielers, nicht der kurzfristige Erfolg der Mannschaft.

 

Spielbetrieb

Die Kinder werden grundsätzlich nach ihrem Alter den Mannschaften zugeteilt. Ausnahmen hiervon sind nur mit Zustimmung der betroffenen Eltern, Jugendtrainer,- betreuer und der Jugendleitung möglich.

 

Bambini, F, E– Jugend

  • In diesen Jahrgangsstufen sollen die Kinder nach Jahrgängen eingeteilt werden um Rücksicht auf Freundschaften zu nehmen und diese zu fördern.
  • Es ist wünschenswert, dass die Kinder in dieser Zeit durchgängig von einem Betreuerteam betreut werden.
  • Allen Kindern soll die Möglichkeit geboten werden an einem hochwertigen Training teilzunehmen und eine ausreichende Spielzeit in der Spielrunde zu bekommen.
  • Spielfreude und Spaß sind wichtiger als Sieg oder Meisterschaft.

 

D, C, B, A- Jugend

  • Ziel ist in diesen Jahrgangsstufen die individuelle, qualitativ hochwertige Ausbildung der Jugendspieler.
  • Schaffung von Spiel-und Entwicklungsmöglichkeiten auch für weniger talentierte Kinder. Allen Kindern soll die Möglichkeit geboten werden an einem hochwertigen Training teilzunehmen.
  • Heranführen von Jugendspielern an die eigenen Seniorenmannschaften, mit dem Ziel, eine mindestens kreisligareife Seniorenmannschaft aus dem eigenen Nachwuchs zu stellen.
  • Junioren-Meisterschaften sind anzustreben, stehen aber nicht im Vordergrund. Freude am Fußball, Gemeinschaft und Begeisterung sind zu fördern. Die Entwicklung von Einzelspielern und Mannschaft ist wichtig.
  • Bei allen Großfeldmannschaften soll jeweils eine Mannschaft höherklassig spielen.
  • Die Integration von Jugendspielern in den Seniorenbereich hat höchste Priorität. Ziel ist es alle vollendeten A-Juniorenspieler in den Herrenbereich zu integrieren. Mindestens fünf pro Jahrgang.

 

Schlusswort

Das schönste Jugendkonzept bleibt nur ein Stück bedrucktes Papier, wenn es nicht gelebt wird. Um es in die Praxis umzusetzen, benötigen wir motivierte Menschen, die sich mit dem Inhalt auseinandersetzen, sich damit identifizieren und sich davon inspirieren lassen.

Dieses Konzept soll eine Hilfestellung für alle sein, ersetzt aber nicht die

Eigenverantwortung der Jugendtrainer und -betreuer und ist offen für neue Ideen, Anregungen, Ergänzungen und Kritik.

 

Jugendleitung des SV Uetze 08, März 2015

 

 

Anhang 1:

 

Verhaltensgrundsätze für Jugendspieler des SV Uetze 08

 

Zuverlässigkeit

  • Die Teilnahme am Training und Spiel ist für mich eine Selbstverständlichkeit.
  • Ich versuche kein Training und kein Spiel zu versäumen. Kann ich nicht erscheinen, sage ich so früh wie möglich beim Jugendtrainer /-betreuer ab.
  • Meine Jugendtrainer bereiten sich auf das Training vor und schenken mir ihre Zeit. Deshalb sage ich nicht leichtfertig ein Training ab.

 

Pünktlichkeit

  • Ich erscheine pünktlich zum Training und zum Spiel.
  • Ohne mich ist das Team nicht komplett.
  • Meine Unpünktlichkeit stört das gesamte Team und den Trainingsbetrieb.

 

Freundlichkeit

  • Freundlichkeit ist für mich selbstverständlich, denn das Team und das gesamte Umfeld ermöglichen mir das Fußballspielen.
  • Ich grüße Kinder und Erwachsene, die ich kenne.

 

Teamfähigkeit und Disziplin

  • Ich kann nicht jeden gleich gern mögen, akzeptiere aber jedes Teammitglied.
  • Ich verhalte mich im Kreis meiner Mannschaft diszipliniert. Nur im Team kann ich Fußball lernen und nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen.
  • Im Spiel und im Training gebe ich immer 100%, denn ich bin ein wichtiger Teil des Teams.
  • Wenn ich mal schlecht gespielt habe oder nicht die ganze Zeit gespielt habe, verliere ich nicht den Willen fleißig zu trainieren, um meine Leistung zu verbessern. Im nächsten Spiel möchte ich das wieder besser machen.
  • Streitereien untereinander sollen vermieden werden, Handgreiflichkeiten sind nicht akzeptabel.

 

Hilfsbereitschaft

  • Ich helfe jedem aus dem Team, wenn er Probleme hat und um Hilfe bittet.
  • Ich unterstütze schwächere Spieler und mache mich nicht über sie lustig.
  • Ich übernehme das Wegräumen von Bällen und Trainingsmaterial (Stangen, Hütchen) beim Spiel und beim Training.

 

Umwelt und Sauberkeit

  • Ich gehe sorgsam mit dem Vereinseigentum um. Sportplatz, Kabinen und alle anderen Gemeinschaftseinrichtungen sollen meinem Verein, meiner Mannschaft und mir noch lange Freude bereiten. Der schonende Umgang mit
    • Bällen, Trikots und Trainingsmaterial ist für mich eine Selbstverständlichkeit.
  • Bin ich Gast bei einem anderen Verein, gilt dies noch stärker.

 

Fairplay

  • Ich verhalte mich stets freundlich und fair zu meinen Gegenspielern, egal ob im Training oder im Spiel gegen einen anderen Verein.
  • Ich verhalte mich fair und freundlich gegenüber dem Schiedsrichter.
  • Der Schiedsrichter ist mein Freund. Er ermöglicht mir das Spiel.

 

Zigaretten, Alkohol, …

  • Zigaretten und Alkohol am Spielfeldrand habe ich nicht nötig.
  • Über die Gefahren von Drogen weiß ich Bescheid und ich halte mich von ihnen fern.

 

Vorbild für Jüngere

  • Auch ich bin ein Vorbild – insbesondere für die jüngeren Spieler.
  • Konsequenzen bei Nichtbeachtung der Verhaltensregeln
  • Wenn ich mich – trotz mehrmaligen Hinweisen meines Jugendbetreuers – nicht an die Verhaltensgrundsätze halte, so hat der Jugendbetreuer das Recht, mich zeitweise vom Trainings- und Spielbetrieb auszuschließen. Durch mein positives Verhalten erspare ich dem Jugendbetreuer solche Entscheidungen. Mein Jugendbetreuer hat für jedes Problem ein offenes Ohr – sei es sportlich oder privat.

 

Anhang 2:

 

Tipps für Erwachsene am Spielfeldrand

 

Liebe Eltern, tragen Sie durch Ihr Verhalten dazu bei, dass Ihre Kinder mit Spaß, Freude und Begeisterung Fußball spielen.

 

  • Unterstützen Sie Ihre Kinder durch Lob, Aufmunterung und Anfeuern!
  • Kinderfußball ist kein Erwachsenenfußball! Bei den Kindern stehen Spaß am Spiel, sowie die Verbesserung ihrer Fähigkeiten im Vordergrund.
  • Wissen Sie noch, wie Ihr Kind vor einem Jahr gegen den Verein XY gespielt hat? Welche Bedeutung hat das damalige Ergebnis heute? Ist es nicht viel wichtiger, wie sich Ihr Kind mittlerweile weiterentwickelt hat?
  • Falls eine Aktion mal nicht so gelingt wie geplant, zeigen Sie Ihre Enttäuschung nicht durch negative Kommentare! Die Kinder wissen selber, wenn ihnen etwas misslungen ist. Wir als Erwachsene müssen mit Fehlern besser umgehen können als die Kinder.
  • Kinder sind sehr sensibel gegenüber abfälligen Kommentaren und reagieren oft mit Angst, Aggression oder Verunsicherung. Dadurch werden wichtige Lernprozesse blockiert!
  • Aus Fehlern wird man klug! Einer ist nicht genug!
  • Kinder und Jugendliche sind keine Bundesligaspieler! Welche Fehler passieren (aus Sicht der Kinder: zum Glück) Woche für Woche in der Bundesliga?
  • Kritisieren Sie keine Entscheidung des Schiedsrichters, auch wenn sie vermeintlich falsch gewesen ist! Sie ermutigen damit Ihr Kind eigene Fehler zu ignorieren!
  • Viele Köche verderben den Brei! Der Jugendtrainer ist dankbar für jede Hilfe und Anregung, aber er allein ist für den sportlichen Bereich zuständig!

 

Für die Jugendarbeit ist der Fair-Play Gedanke des Deutschen Fußballverbandes ein grundsätzliches Anliegen. Wie der Gesamtverein stellen auch die Jugendleitung und alle an der Jugendarbeit beteiligten Personen diesen Gedanken mit in den Vordergrund beim sportlichen Geschehen.

Zum Fair Play gehört auch, dass wir mit der gebotenen Toleranz neue Mitglieder ohne Rücksicht auf ihre Herkunft oder Religion gerne im Verein mitwirken lassen.

 

 

Ein Leitfaden für Spieler, Eltern, Jugendtrainer, 
Betreuer und Freunde des SV Uetze 08!

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